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Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Sozialwesen und Wirtschaft
des Erzgebirgskreises, Schneeberg/Schwarzenberg
 


Bericht zum Thema Hauptverhandlung des Jugendgerichtes am Amtsgericht Aue



Unsere Klassenlehrerin Frau Grimm- Menzel behandelt an der Fachschule mit den Erziehern momentan im Lernfeld 6 alles zum Thema

Jugendgerichtsgesetz ( JGG).

Dies ist ein weitgefächertes Themenfeld. Um uns das dazugehörige Wissen näher zu bringen, plante Frau Grimm-Menzel im Rahmen des Unterrichts einen Besuch in das Amtsgericht Aue. Hierbei handelte es sich um eine Hauptverhandlung des Jugendgerichtes am Amtsgericht Aue.

Der Angeklagte ist bereits volljährig und gilt somit als Heranwachsender. Deshalb war es uns Schülern möglich, an dieser Gerichtsverhandlung teilzunehmen, die normalerweise nicht öffentlich ist.

Unsere Klassenlehrerin arbeitete bereits öfters mit dem Amtsgericht zusammen, somit bekamen wir die Möglichkeit, an dieser für uns wichtigen Verhandlung teilzunehmen. An dieser Verhandlung nahmen meine Klasse EZ12A und die Parallelklasse EZ12B teil.

Begleitet wurden wir von Frau Grimm- Menzel und Herrn Röhner. Der verlagerte Unterricht fiel auf den 28.01.14 um 13.00 Uhr. Um diese Zeit pünktlich zu erreichen, durften wir 12.20 Uhr den Unterricht verlassen. Anschließend bildeten sich Fahrgemeinschaften bis nach Aue. In einer geschlossenen Gruppe trafen wir uns 12.45 Uhr am Haupteingang. Als alle Schüler im Gebäude angekommen waren, belehrte uns das Personal, alle Mobiltelefone auszuschalten und sich ruhig zu verhalten.

Im Anschluss betraten wir den Gerichtssaal. Angehörige des Angeklagten und der Kläger saßen bereits im Publikum. Wir setzten uns und verhielten uns ruhig. Der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe war bereits vorbereitet am Platz. Anschließend setzten sich die Verteidigerin mit dem Angeklagten, dann der Protokollant, danach der Staatsanwalt und zum Schluss der Richter. Sobald der Richter die Verhandlung eröffnet, stehen alle auf.

Während der Verhandlung verkündet der Richter, wann alle aufstehen müssen. Zunächst las der Richter die Anklage vor und nahm Stellung zum Angeklagten. Im Anschluss trug die Jugendgerichtshilfe das Vorstrafenregister des Angeklagten vor und erläuterte das Familienleben aus der Sicht der Jugendgerichtshilfe. Der Staatsanwalt schlug anschließend das aus seiner Sicht angemessene Strafmaß vor und begründete seine Meinung. Die Verteidigerin schloss sich der Auffassung des Staatsanwaltes an. Der Richter verkündete nun die angemessene Strafe. In diesem Fall gab es keine weiteren Diskussionen, da sich alle einig waren.

Wir Schüler hatten Fragen vorbereitet, die wir gerne dem Richter gestellt hätten. Aber aufgrund der Verhandlung, die sofort im Anschluss war, konnten wir ihm diese Fragen leider nicht stellen. Trotzdem schätzen wir ein, dass der Besuch in der Jugendgerichtsverhandlung sehr wichtig für uns war, weil unsere theoretischen Kenntnisse sehr gut durch ein konkretes Beispiel unterlegt wurden.

Uns hat zum einen die Teilnahme einen Einblick in die Räumlichkeiten eines Gerichtes und den organisatorischen Ablauf einer Gerichtsverhandlung ermöglicht. Wir haben die Arbeit aller Beteiligten beobachten können. Zum anderen konnten wir genau auf die nonverbale Kommunikation aller achten und daraus wichtige Rückschlüsse ziehen. Durch diesen verlagerten Unterricht konnten wir Bezüge von der Theorie zur Praxis schaffen.

Wichtigster Erkenntnispunkt war, wie man das Urteil aus der Sicht eines Erziehers bewerten muss. Wir haben gelernt, bestimmte Situationen nicht als Privatperson zu beurteilen, sondern aus der Sicht des Erziehers. Für alle weiteren Erzieherklassen wäre der Besuch einer Hauptverhandlung des Jugendgerichtes am Amtsgericht Aue von großem Vorteil.

Klaudia Pocinkova ( EZ12 A)

Schwarzenberg, am 05.02.2014