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Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Sozialwesen und Wirtschaft
des Erzgebirgskreises, Schneeberg/Schwarzenberg
 


Fragt uns, wir sind die Letzten - Besuch zweier Überlebender der NS-Zeit


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Am 01. September, dem Weltfriedenstag, bekamen wir Besuch von zwei Zeitzeuginnen, die in das schwärzeste Kapitel der deutschen Geschichte hineingeboren wurden.

Henriette Kretz
, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verfolgt wurde und Alodia Witaszek-Napierala, die infolge der Zwangsgermanisierung von ihrer Familie getrennt und als „ein Geschenk an den Führer“ einer deutschen Familie übergeben wurde. Als die alte, kleine, sehr zierliche Dame das Zimmer betritt, setzt betretenes Schweigen ein.

Keiner weiß, was uns erwarten wird, was uns diese Frau zu berichten hat. Sie hat eine dünne Stimme und doch ist das, was sie zu sagen hat, lauter als jedes unserer Worte. Henriette Kretz war damals 5 Jahre, als der Krieg begann. Sie berichtete von ihrer Flucht, von ihrer Zeit in Verstecken, von ihrem Aufenthalt im Ghetto, im Gefängnis und vom Tod ihrer Eltern. Sie wirkt dabei sehr gefasst, schafft es sogar, kleine Späße zu machen. So erzählt sie beispielsweise, dass sie zu ihrer Mutter sagte, sie wolle nicht bei ihrer Oma schlafen, sie sei eine Hexe.

Der Grund, sie hatte ihr Gebiss herausgenommen. Die kleine Dame schaffte es, uns alle in ihren Bann zu ziehen. Zwei Stunden lang haben wir jedes ihrer Worte in uns aufgenommen, und jeden von uns hat es zutiefst berührt. Den Zeitzeugen ist es gelungen, das schreckliche Geschehen des schwärzesten Kapitels unserer deutschen Geschichte zu verdeutlichen. Sie haben der Geschichte einen Namen, ein Gesicht und eine Stimme gegeben. Durch Menschen wie Henriette Kretz und Alodia Witaszek-Napierala ist es uns noch möglich, aus erster Hand zu erfahren, was für grausame Dinge den Menschen angetan wurden. Wir hatten das Glück, sie sprechen zu hören, denn sie sind die Letzten.

Für alle war es ein sehr einschneidendes und prägendes Ereignis, welches mit Sicherheit für immer in unseren Köpfen eingebrannt bleiben wird.

Wir möchten auch unseren Geschichtslehrern, Frau Schulze und Frau Becher, danken, die dieses besondere Erlebnis für uns möglich gemacht haben